Ein Tag auf dem Getreidefeld

erzählt von Agnes Pluschke

 

Die Erntezeit war immer sehr anstrengend, denn es gab keine Maschinen. Korn, Weizen, oder Hafer wurden mit einem Sicht gemäht. Das war eine Sense an einem kurzen Stiel, die man in der rechten Hand hielt  und einen Haken, den man  in der linken Hand hatte.  Mit dem Haken wurden die Halme gehalten und mit der Sense wurden die Halme abgeschnitten. Es war eine Kunst, die ich nie beherrscht habe. Meine Mutter war die einzige Frau in Hollig, die mit diesem Gerät umgehen konnte. Wenn genügend Halme gemäht waren, wurden sie zu einer Garbe abgelegt, die ich dann zusammen binden musste. Wenn wir fertig waren, wurden die Garben zum Trocknen zu kleinen Häuschen zusammengestellt. Da es Hochsommer war, war es natürlich immer sehr heiß auf den Feldern und wir waren froh, wenn die Ernte eingebracht war.