Kartoffelanbau

erzählt von Agnes Pluschke

 

Im Frühling wurden die Kartoffeln in Reihen auf das Feld gepflanzt. Wenn sie etwas gewachsen waren, wurden sie angehäufelt. Zwischendurch wurden sie immer wieder vom Unkraut befreit. Im Herbst wurden sie dann mit einer Harke per Hand ausgegraben. Wir Kinder mussten dann hinter hergehen und die Kartoffeln auflesen. Dicke und dünne Kartoffeln wurden sortiert. Die dünnen waren für die Schweine zum Füttern bestimmt, die dicken wurden eingelagert.

 

Das schönste an der Kartoffelernte war immer das Kaffeetrinken auf dem Feld. Jemand brachte uns den Kaffee, natürlich Lindes oder Katreiner, das war ein Malzkaffee aus gebranntem Korn.  Mit schmutzigen Händen wurden die Brote (manchmal gab es auch Waffeln) gegessen, danach ging das Arbeiten wieder besser. Wir haben zu Hause auch noch Korn geröstet in einem Topf auf dem Herd, damit wurde dann der Kaffee gekocht. Dazu wurde das Korn auf einer Kaffeemühle, die mit der Hand gedreht wurde, gemahlen. Auch wenn es Bohnenkaffee gab  waren es immer ganze Kaffeebohnen, die auch mit dieser Kaffeemühle gemahlen wurden. Das ganze wurde dann mit heißem Wasser aufgebrüht.

 

Wenn alle Kartoffeln ausgemacht waren, wurde das trockene Kartoffelkraut verbrannt. Man sah überall die Kartoffelfeuer brennen.