Hermann-Josef Lied

In der Kirche zu der Mutter
mit dem lieben Jesuskind
ging der arme kleine Hermann
schon am frühen Morgen hin.

 

Einen Apfel, seine Gabe
hält er hoch in seiner Hand
spricht zur lieben Mutter Gottes
als er am Altare stand.

 

Liebe Mutter nimm den Apfel
reich ihn doch dem Jesukind.
Ich finde nichts mehr auf den Bäumen,
alles liegt in Schnee und Wind.

 

Und die Mutter beugt sich nieder
nimmt den Apfel an und spricht:
Ich danke dir mein lieber Hermann,
aber sag er frierst du nicht?

 

Hast ja doch so schlechte Kleider
und wie kalt ist deine Hand,
keine Schuh an deinen Füßen
ist’s dem Vater wohlbekannt.

 

Beide arm sind meine Eltern,
haben kaum das täglich Brot.
Ach ich möcht noch mehr ertragen,
litten sie nur keine Not.

 

Und die Mutter spricht zu Hermann:
Bist ja doch so fromm und gut.
Heb den Stein auf, wirst du finden,
soviel Geld als nötig tut.

 

Und der Hermann hebt den Stein auf,
hebt manch Stücklein Geld hervor,
hält es hoch in seinen Händen,
blickt zur Geberin empor.

 

Ei jetzt kann ich dann studieren,
kann auf höhere Schule gehn
und zuletzt ein Priester werden,
liebe Mutter soll’s geschehn.