Vieh hüten

erzählt von Agnes Pluschke

 

Das Viehhüten war immer ein besonderes Erlebnis für uns Kinder. Im Herbst, wenn die Wiesen von Heu und Grummet abgeerntet waren, wurde das Vieh gehütet und das war eine Arbeit, die von uns Kindern wahrgenommen wurde.  Meistens waren mehrere Kinder mit Kühen unterwegs. Wir haben uns dann zusammen getan. Es wurden Feuerchen gemacht und darin Kartoffeln und Äpfel gebraten, die nachher aufgegessen wurden. Meistens waren wir dann kohlschwarz und die Kartoffeln und Äpfel auch. Aber sie wurden aufgegessen und haben sehr gut geschmeckt. Es wurde manchmal auch versucht trockenes Laub zu rauchen, was uns aber nie gut bekommen ist, uns wurde danach immer übel. Oft gingen wir  ins Fockenbachtal um das Vieh zu hüten. Dann wurden im Bach Forellen gefangen, was natürlich nicht erlaubt war. Zu unserem Bedauern war die Ausbeute jedoch stets sehr gering.

 

Einmal hatte jemand eine böse Kuh dabei, die mich voll auf die Hörner genommen und durch die Luft gewirbelt hat.  Zum Glück ist mir nichts passiert, aber diese Situation habe ich mein Leben lang nicht vergessen.