Ein Waschtag vor dem Anschluss an die Wasserleitung

erzählt von Agnes Pluschke

 

Waschtag war immer montags. Jeden Sonntagabend wurde die Wäsche in einem großen Waschkessel mit Sodawasser eingeweicht. Das Wasser holten wir aus einem Regenwasser-Bassin. Montags wurde die Wäsche aus dem Einweichwasser rausgewaschen und dann in einer neuen Lauge aus Waschpulver und Wasser zum Kochen gebracht. Nach dem Abkühlen wurde sie dann mit der Hand gewaschen und danach dreimal in sauberem Wasser gespült und ausgewrungen und im nassen Zustand aufgehängt zum Trocknen. Oft waren die Finger blutig von Wäscherubbeln. Wenn im Sommer das Wasser knapp war, mussten wir zum Wäschespülen mit der Wäsche ins Fockenbachtal zum Auswaschen. Oft  wurde die Wäsche auch auf der Wiese gebleicht, damit sie weißer wurde. Sie wurde auf der Wiese ausgebreitet und öfter mit Wasser begossen und danach ausgewaschen. Im März sollte das Bleichen am besten sein. Es hieß dann: „ Märzen bleichen, alle Flecken weichen“ Es gab noch keine Chemie,  um Flecken los zu werden. Nach dem Trocknen wurde die Wäsche gebügelt, zum Teil noch mit einem Bügeleisen, das auf dem Herd stand, oder das Eisen war innen hohl und ein Eisenstahl wurde im Feuer heiß gemacht und in das Bügeleisen getan.